Veröffentlicht am: 21.12.2017
Autor: Antje Wäschle

Das Kuschelrentier

Es war einmal ein kleines Kuschelrentier, das ganz allein in einem Kinderzimmer unter dem Bett lag. Offenbar hatte man es dort vergessen. Nicht einmal einen Namen hatte es und unter dem Bett war es dunkel und schmutzig. Wirklich kein schöner Ort für ein Kuscheltier.

Eines Tages bekam das Mädchen, dem das Kuschelrentier gehörte, Besuch von einem kleinen Jungen. Der schaute neugierig unter das Bett und entdeckte dort das Rentier. Die Ärmchen des Kindes waren zu kurz, um es zu erreichen, und so kroch der Junge unter das Bett, um das Kuscheltier hervorzuholen. Er befreite es vom Staub und hielt es gegen das Sonnenlicht, das durchs Fenster schien. Draußen war es besonders hell, denn es hatte geschneit und der weiße Schnee schien zu leuchten. „Oh, ist das ein schönes Rentier! Wie heißt es denn?“ Fragend blickte er das Mädchen an. „Keine Ahnung. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich das habe. Kannst dir einen Namen aussuchen.“ – „Dann nenne ich dich Paulchen“ sagte der Junge entschlossen. 

Und er ließ Paulchen den ganzen Tag nicht mehr aus den Augen. Paulchen durfte in der Spielküche essen, im großen Bagger sitzen und sogar mit zum Einkaufen gehen. Das Rentier war an diesem Tag das glücklichste Kuscheltier auf der ganzen Welt.

„Wa wünschst du dir vom Christkindl?“, fragte das Mädchen am Abend. „Ich wünsche mir, dass Paulchen mit zu mir nach Hause darf“, antwortete der Junge. Das Mädchen überlegte kurz und sagte dann: „Na gut, nimm ihn mit. Bei mir landet er sowieso nur wieder in irgendeiner Ecke.“ Der Junge strahlte. Das war das schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt! Auch für Paulchen, denn nun konnte ein neues Kuscheltierleben beginnen. Und Paulchen landete nie wieder in einer schmutzigen, dunklen Ecke. Stattdessen durfte er genau das tun, wofür er gemacht war: ein Kuschelknuddeleinschlafrentier sein.

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