Veröffentlicht am: 03.03.2019
Autor: Antje Wäschle Foto: Maik Baumann

Die kleine Raupe

Dies ist eine Entspannungsgeschichte für deine Kinder. Kinder lieben solche Geschichten. Es ist erstaunlich, wie tief sie sich darauf einlassen können und wie sehr es ihnen gefällt. Falls du noch nie von Entspannungsgeschichten gehört hast, probier es einfach mal aus. Diese Art von Erzählung eignet sich natürlich auch hervorragend als Gutenachtgeschichte.

Bevor du mit dem Lesen beginnst, achte darauf, dass dein Kind einen gemütlichen Liegeplatz hat. Lies langsam vor und lass deinem Kind besonders an den Absätzen Zeit, in seine Fantasie abzutauchen.

Los gehts!


Die kleine Raupe

Leg dich ganz gemütlich auf den Rücken, am besten eingekuschelt unter einer Decke. Schließe die Augen. Spüre die Wärme. Deine Beine sind ganz entspannt, auch deine Arme liegen entspannt neben dir. Dein Kopf liegt bequem. Dein ganzer Körper ist entspannt. Atme ein und aus. Lass dir Zeit. Dein Bauch ist ganz weich. Er hebt und senkt sich durch deinen Atem. Alles ist ruhig. Du bist ganz locker.

Nun beginnt deine Traumreise.

Es ist Frühling. Du stehst auf einer grünen Wiese. Du bist barfuß und läufst durch das Graß. Deine nackten Füße berühren die Graßhalme und schweben wie federleicht über den weichen und etwas kühlen Untergrund. Die Wärme der Sonnenstrahlen berühren deine Haut.  

Dein Blick schweift über das Grün und bleibt an etwas hängen, das sich bewegt. Du bückst dich um es näher zu betrachten und entdeckst eine kleine Raupe. Welche Farben hat sie? 

Schau sie dir ganz genau an. 

Du streckst ihr deinen Finger entgegen und sie krabbelt tatsächlich hinauf. Du öffnest deine Handfläche, damit sie mehr Platz hat. Es kitzelt ein bischen, wärend sie langsam ihren Weg auf deiner Haut fortsetzt. 

Du setzt dich vorsichtig unter einen Baum und betrachtest ihre wunderschöne Art, sich fortzubewegen. Ein wenig lustig sieht es aus, wenn sie sich zusammenzieht und einen Buckel macht, um sich daraufhin gleich wieder zu strecken. Doch so kommt sie am schnellsten voran. Langsam lässt du sie nun wieder ins Gras gleiten. 

Ein Schmetterling fliegt an dir vorbei. Du betrachtest seine zauberhafte Art, durch die Luft zu flattern. Er setzt sich auf einer Blume nieder. Was für ein schöner Anblick. Schau, welche Farben er hat.

Du denkst an deine kleine Raupe, die auch einmal das Glück haben wird, die Freiheit des Fliegens zu erleben. Genüsslich legst du dich hin, benutzt deine Hände als Kopfkissen und betrachtest durch die Äste des Baumes den Himmel und die Sonnentrahlen, die sich bis zu dir einen Weg bahnen. Du hörst das Rascheln der Blätter im Wind und betrachtest die Bewegungen dazu. Nun streckst und reckst du dich. …..

Ganz langsam und mit geschlossenen Augen kehrst du von deiner Traumreise zurück. Atme ein und aus. Strecke deine Füße. Balle die Hände leicht zu Fäusten. Räkle dich und lass langsam die Kraft in deinen Körper zurückkommen. Ganz entspannt öffnest du jetzt wieder die Augen

Dazu gibt es ein kleines Gedicht, falls dein Kind noch mehr hören möchte: 


Ein kleines Wunder,

findest du nicht auch?

Zu oft geht Zauberhaftes unter,

im viel zu schnellen Tagesablauf.

Halte doch mal inne,

in dieser schnellen Welt,

erst dann siehst du solch zauberhaften Dinge,

hab ich zumindest festgestellt

Und dass dieses Tierchen,

sogar einmal fliegen kann,

das sieht man ihm überhaupt nicht an.

Denn dieses kleine Ding

entpuppte sich später tatsächlich als Schmetterling.




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